Penelope Richardson und Masako Ohta nehmen Sie mit auf eine visuelle und musikalische Reise in die Geschichten von fünf Frauenfiguren über Zeiten und Kulturen hinweg – an einem besonderen Ort am Starnberger See, zusammen
mit Maya Yamao, Shamisen-Spielerin und Artist-in-Residence der Villa Waldberta 2026.
Link zu in-muenchen.de/events/Lost Songs
Weitere Informationen zu Lost Songs mit Projektbeschreibung (als PDF): Lost_Songs-26-Flyer (pdf)
Tickets: 20 € p.p. (direkt bei der Künstlerin oder Paypal link buchbar) -
Buchung: https://www.paypal.com/ncp/payment/4CJW89NTG625E
Infos: Lost Songs - 2 Seiten (als jpg)
Maya Yamao ist Stipendiatin der Villa Waldberta 2026
Ort: Bootshaus, MVHS Haus Buchenried, Assenbucher Str. 45, 82335 Berg-Leoni
Hintergrund zum Projekt:
Ausgangspunkt ist ein Lied in einer verlorenen Sprache der indigenen Dharawal-Fischerinnen an der Küste Sydneys – ein Sinnbild für verstummte Stimmen, die durch Kolonialisierung ausgelöscht wurden.
Das Projekt erforscht Themen wie Resilienz, kulturelle Vielfalt und die Rolle der Frau in historischen wie auch gegenwärtigen kolonialen Kontexten.
Es schlägt Brücken zwischen verschiedenen Zeiten und Kulturen und eröffnet neue Perspektiven auf Migration, kulturelles Gedächtnis und interkulturelle Zusammenarbeit zwischen Australien, Japan und Deutschland.
"Was geht verloren, wenn eine Sprache oder eine Geschichte verstummt?"
* Frauen der neolithischen Gemeinschaft, die vor 6000 Jahren v. Chr. in den Pfahlbauten auf der Roseninsel am Staranberger See lebten.
Das Projekt zielt darauf ab, das Leben dieser Frauen nachzuzeichnen und ihnen eine Stimme zu geben – Frauen, die an der Textilproduktion beteiligt waren, eine zentrale Rolle bei der Kindererziehung und der Weitergabe von Wissen spielten und für den Erhalt der Haushaltsstrukturen, die zugleich als wirtschaftliche Einheiten fungierten, unverzichtbar waren.
** Dharawal-Frauen, indigene Fischerinnen aus Sydney, Australien, die beim Angeln sangen, ihre Familien ernährten und in der frühen Kolonialzeit Australiens für den Erhalt ihrer Ressourcen gegen die Kolonisierenden kämpften.
*** Japanische Ama (海女) – Japanische Ama (海女) sind die Frauen, die ohne Geräte zum beatmen tief im Meer eintauchen und Muscheln holen. Sie sind starke, selbstständige Frauen, denn diese erstaunliche Tauchkunst kann nur von den elastischen Frauen-Körpern praktiziert werden. Dabei haben sie einen besonderen Klang des Atmens (磯笛), und das Atmen wird zu einem Lied.
**** Die „Convict Maid“, eine junge Frau und Gefangene aus England, war eine der ersten hundert Frauen, die gemeinsam mit über tausend männlichen Sträflingen und Offizieren nach Sydney, Australien geschickt wurden, um an der Kolonisierung des neuen Kontinents teilzunehmen. Offiziell sollten sie als Ehefrauen und Hausangestellte dienen, um zur „Zivilisierung“ der neuen Kolonie beizutragen. Inoffiziell jedoch wurden viele von ihnen als eine Art sexuelle Ware für Soldaten und männliche Sträflinge behandelt und gleichzeitig haben sie der kommerzielle Aufbau der Kolonie gefördert.
***** Shamisen als ein Instrument mit den Frauengeschichten in Japan. Shamisen wurde 1558~1570 von der Südinsel nach Edo (jetztige Tokyo) gebracht und Geishas - die Entertainerinnen - mussten Shamisen gut spielen können, um das Singen von ihren Kunden (fast immer Männer) schön begleiten und unterhalten zu können.
Zeitgenössische Künstlerinnen, die versuchen, die verlorenen Stimmen der Vergangenheit durch Kunst und Klang wieder hörbar zu machen. In der Performance, die Kostüme, Installation, Klang und Gesang vereint, werden diese Stimmen neu belebt. In der Vorstellung des Projekts begegnen sich diese Klänge mit den verlorenen Liedern der verbannten Frauen aus England, Frauen der neolithischen Gemeinschaft und den Gesängen der Dharawal-Frauen, den indigenen Fischerinnen Australiens.
Das Projekt lädt das Publikum ein, über vergessene Geschichten, weibliche Kreativität und kulturellen Austausch im Anthropozän – einer Epoche tiefer menschlicher Eingriffe und Verluste – nachzudenken.